Reflektion
  • Mit dem neuen Wissen über unsere Berufung war der Einsatz sehr spannend und erleichternd zugleich. Weil zum einen viel klarer wurde, wie und warum wir unser Zusammenspiel gestalten. Und zum anderen, weil dadurch der Anspruch und auch die Anstrengung des Vergleichs untereinander verschwindet.
  • Die Entscheidung für die Dominanz entsteht immer aus einer Angst heraus. Damit ist dann auch klar, dass Teams die Bestimmung, die Bearbeitung und die Lösung ihrer Themen aus der Angst heraus gestalten.
  • Viele Teams neigen unbewusst dazu, ihr eingespieltes, dominantes Vorgehen gemeinsam zu verdecken. Sie wollen ein „gutes“ Team sein.
  • Die Fragen, die wir uns dazu stellen können sind: Gestehe ich mir ein, dass ich Angstthemen habe? Bin ich bereit, meine Ängste offen zu legen, obwohl ich Angst habe aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden? Bin ich bereit für eine Lösungsfindung, die keine Dominanz mehr benötigt?
 Safety

Was war gut?
  • Wenn wir an den vorgesehenen Stellen die Bereitschaft für das Durchlaufen unseres Trainingsparcours nicht stellen, kommt die Fähigkeit des RTPs als Messinstrument zum Tragen und zeigt auf, welchen Trainingszustand das Team in diesem Moment hat.
  • Das Prinzip der gleichberechtigten Redeanteile unseres Ansatzes wirkt für dominante Menschen entwaffnend. Sie fühlen sich nackt und ausgeliefert und wollen dann gerne noch ein verstecktes Messer dabei haben, wenn sie sich nicht gleich ganz dem Parcours verweigern.
  • Einmal mehr wurde deutlich, welches Potenzial im Raum ist, wenn mehrere Menschen zusammenkommen. Und wie wenig es genutzt werden kann, wenn die Menschen, bedingt durch die Angstdominanz, noch stark im Ich-Bewusstsein sind und ihr WIR nicht kollaborativ entfalten können. Das heißt starke WIRs entstehen aus starken ICHs und die Angst in dem WIR unterzugehen löst sich auf.
  • Unser stabilisierender KVP-Prozess wurde sehr gut angenommen und mit großem Enthusiasmus in weitere Anwendungsfelder hineingetragen.
  • Wenn der Angstmensch im Team, der unbewusst dominiert, am Meeting nicht teilnimmt, kommt das Team mit großen Schritten voran.
  • Der 2-Wochen-Rückblick des Kundenteams hat einige wichtige Erkenntnisse für Verbesserungen hervorgebracht. Das Vertrauen in neue Teammitglieder ist schon so groß, dass Ihnen bereits Verantwortung für diese Verbesserungen anvertraut wurde.
Room for Improvement
  • Wenn wir Teams in der Transition unterstützen wollen, müssen wir ein Augenmerk darauf legen, dass wir regelmäßig die Bereitschaftsfrage stellen, wenn es notwendig ist, um die Teilnehmer am Anfang abzuholen und in den weiteren Phasen die Übergänge zu erleichtern. Dadurch gelingt es den Teilnehmer zum einen besser in die reflektierende Haltung zu kommen und zum anderen Fehlinterpretationen, Wissenslücken und Vorurteile aufzudecken. Beides unterstützt beim Durchlaufen des RTPs. Dafür ist es wichtig, dass wir als Facilitator in der Vorbereitung unsere eigene Interpretationsbrille kritisch reflektieren.
  • Nach einem Impuls ist es wichtig, nur die notwendigen Informationen für die Übung zu geben und nicht das Thema nochmals aufzugreifen. Ansonsten laufen wir Gefahr, in den Lehrermodus zu kommen oder  von den Teilnehmern als Lehrer angesehen zu werden.
  • In der zweiten Reflektionsphase des Connect ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass es darum geht, sich auf das vorher Gehörte zu beziehen und hinzuspüren, welches WIR sie jetzt wahrnehmen können.
  • In der zweiten Reflektionsphase der Kollaboration ist es wichtig dabei zu bleiben, dass es jetzt nur darum geht das Gesagte miteinander zu kombinieren, um so das Thema weiterzuentwickeln.
Erkenntnis
  • Im Individuum entspringt die Dominanz aus der Angst. Das heißt, dass jeder Entscheidungsprozess aus der Angstdominanz heraus entspringt. Wenn man das versteht, dann versteht man wieviel Potential durch diesen Mechanismus verlorengeht.
  • In unserer Kultur gibt es nur wenig Bereitschaft und damit auch wenig Erfahrung in der Reflektion, vor allem der Selbstreflektion. Das alles beginnt bereits schon vor unserer Geburt, weil unsere Eltern in der Regel kein Interesse daran haben, zu erfahren, wer wir als individuelle Subjekte sind, sondern uns im Sinne von Gerald Hüther als Erziehungsobjekte begreifen.
    http://wiener-online.at/2016/09/21/interview-mit-gerald-huether/

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