Die Fabel vom Messer und dem Wetzstahl

Es war einmal ein Messer. Es hieß Mecki.

Es lebte mit einem Wetzstahl zusammen, namens Wetzi.

Ihre Hauptbeschäftigung bestand darin, dass Mecki auf Wetzi einschlug. Und Wetzi lag dabei still da und ließ es mit sich geschehen. Das ging so tagaus und tagein. Manchmal fragten sie sich: Soll das alles sein, was wir miteinander erleben können? Am Ende kamen sie immer überein, dass es ihnen doch besser ginge als anderen. Denn manchmal ganz unverhofft und zufällig, passierte bei diesem Draufschlagen etwas Wunderschönes. Manchmal veränderte sich irgendwie der Winkel mit dem Mecki schlug. Dann rutschte er ab und gleitete an Wetzi in einem Winkel von 20-30 Grad entlang und plötzlich war da dieses wunderschöne Gefühl bei Mecki. Seine Sinne waren wie geschärft und die Bewegung war angenehm fließend und leicht. In diesem Moment rührte sich auch in Wetzi etwas. Er wurde durchströmt von dem Gefühl, dass sich einstellte, weil er in diesem Moment seinen Sinn, seinen Dienst in dieser Welt erfüllen konnte. (Was ihm natürlich nicht bewusst war). Diese Momente waren der Grund dafür, dass sie es nicht leid wurden, mit ihrer Beschäftigung fortzufahren, auch wenn diese Momente selten waren, weil sie sich immer nur zufällig einstellten. Es war sogar so, dass es umso weniger gelang, desto mehr sie es wollten.

Die Begegnung mit einen weisem Mann

Eines Tages kam ein weiser Mann vorbei und nachdem er Mecki eine Weile dabei beobachtet hatte, wie er auf Wetzi einschlug, stellte er Mecki die Frage: Was glaubst du, wer du bist und was dein Lebenssinn ist? Und Mecki antwortete: Ich bin ein Hammer und muss auf alles draufschlagen.

Herausfinden wer mein Gegenüber ist

Mir ist das Beispiel mit dem Messer spontan eingefallen, als ich mit einem Freund über meinen letzten Blog Wie ich mein Handpan kennenlerne sprach. In diesem habe ich darüber berichtet, wie ich dem Instrument mit der Frage begegnet bin: Wer bist du und was ist dein Sinn? Als ich auf diese Weise das Instrument gespielt habe, bin ich nach wenigen Minuten in den Flow gekommen. Und das konnte ich seitdem auf die gleiche Weise jedes Mal wiederholen.

Mir wurde in diesem Moment deutlich, was das für mein ganzes Leben bedeutet und für unsere Gesellschaft. Denn ich selbst fange gerade erst an, herauszufinden, wer ich wirklich bin und was mein Lebenssinn ist.

Die Suche nach dem Sinn

Wo ich herkomme:

Als Heranwachsender war ich noch stark mit der Frage nach meinem Lebenssinn, besser Lebensruf, beschäftigt. Ich habe viele Wochenenden damit verbracht musikhörend über diese Frage nachzusinnen. Ich habe bewusst nicht mit meinen Eltern das Wochenende auf unserem Segelboot verbracht, sondern bin zu Hause geblieben. Ich habe sentimentale Musik gehört und mich in eine traurige, melancholische Stimmung gebracht. Zugleich erlebte ich aber auch immer wieder Glücksgefühle darüber, dass ich am Leben am bin und dass das Leben als solches sich schön anfühlt.

Allerdings habe ich auf diese Weise nie herausgefunden, wer ich bin.

Die Verwechslung: Berufung und Lebensruf

Je älter ich wurde, je stärker ersetzte ich die Frage nach meinen Lebensruf mit der Frage nach dem „richtigen“ Beruf.

Und es kam der Moment, als ich diesen mehr durch Zufall als geplant gefunden hatte:  IT-Projektmanager bei Siemens. Ich war mir ganz sicher, dass ich mit meiner Arbeit dazu beitrug, dysfunktionale Systeme funktionaler zu machen.

Heute weiß ich, dass dies nicht stimmte.

 

 

 

Albert EinsteinDenn niemand geringeres als Einstein hat erkannt:

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Das heißt, solange ich noch glaubte, dass ich ein Hammer bin, konnte ich nicht auf die Idee kommen, den Wetzstahl dazu zu nutzen, mich zu schärfen.

 

Wenn ich meinen Lebensruf kenne, benutze ich eine neue Denkweise

Erst heute, durch meine bewusste Entscheidung mein Bewusstsein nachzureifen, habe ich wieder angefangen herauszufinden, wer ich wirklich bin und was mein Lebensruf ist. Und dadurch fange ich nun auch an, mit einer neuen Denkweise auf die Dysfunktionalitäten in allen meinen Lebensbereichen zu schauen und mir die Frage zu stellen, wer der Mensch, das „Ding“, das Thema ist, mit dem ich es zu tun habe und was dessen Sinn für mich ist.


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