Früher habe ich mit Selbstdisziplin mein Verhalten neuen Zielen angepasst. Heute übe ich mich darin, einen höheren Geschmack für Neues in meinem Leben zu erwecken.

Ich bin auf dem Weg meiner persönlichen Transformation vom grünen zum gelben Mem (vgl. Spiral Dynamics) an einen weiteren Punkt gekommen, wo ich altes sterben lassen muss (vgl. mein Blog: Wie Phönix aus der Asche).

 

 

Selbstdisziplin

Wenn ich früher mein Verhalten ändern wollte, habe ich es „einfach“ getan. Mit Selbstdisziplin.

Ich war stolz darauf, dass es mir nicht schwer viel.

Als ich mich das erste Mal entschieden hatte zu fasten, habe ich einfach angefangen. Ich bin mit meinen Freunden nach der Bandprobe in unsere Stamm-Pizzeria gegangen. Alle haben Pizza gegessen und Cola getrunken. Ich habe Wasser bestellt. Kein Problem und cool war es auch noch.

Genauso war es, als ich nicht mehr Rauchen wollte, abends nicht mehr routiniert Alkohol trinken wollte, etc.

Das Erleben der Veränderung mit Selbstdisziplin war sehr unterschiedlich.

Manche Angewohnheiten habe ich so für immer abgelegt, andere tauchten wieder auf. Nicht mehr rauchen war einfach. Ich habe mich ausschließlich auf das Ziel fokussiert und es dann durchgezogen. Abends nicht mehr Alkohol trinken und dann wieder doch – ist ein Rhythmus geworden, der mich mein ganzes Leben begleitet. Beim Fasten war es bei den nächsten Malen nicht mehr so leicht, wie beim ersten Mal.  Ich habe mich immer auf den Tag gefreut, an dem ich wieder essen durfte. Manchmal habe ich den geplanten Zeitraum verkürzt.

Ich kenne einige, die mit Selbstdisziplin viel erreicht haben. Was ist also schlimm daran?

Höherer Geschmack

Heute übe ich mich darin, in all meinen Lebensbereichen für viele Themen einen neuen Geschmack zu entdecken.

Wie mache ich das?

Ich schaue in allen Lebensbereichen nach Themen, zu denen ich kein Grundlagenwissen habe, weil ich ja inzwischen weiß, dass ich in diesem Lebensbereichen Dysfunktionalitäten erzeugt habe (vgl. mein Blog: Leben in der Dysfunktionalität). Zugleich übe ich mich darin, meine zwölf Kräfte immer besser kennenzulernen. Mit jeder Kraft ist eine Intention, eine bestimmte Energie verbunden, mit der ich einem Menschen, einem Ding oder einem Thema in der Interaktion begegnen möchte. Nun kombiniere ich beide Ebenen und probiere aus, mit welcher Kraft ich in welchem Thema einen neuen Geschmack finden kann. Dadurch richte ich die Aufmerksamkeit immer häufiger auf meine einzelnen Kräfte und deren Zusammenwirken und auf die neuen Themen.

Gedanken-Autobahnen

Und nun wirkt die Biologie. Es entstehen dadurch neue Datenautobahnen in meinem Gehirn. Die Autobahnen der alten Angewohnheiten, verkümmern zu Bundesstraßen und mit der Zeit zu Trampelpfaden.

Auf diese Weise muss ich mir also das Alte nicht mit Selbstdisziplin abgewöhnen. Sondern ich greife mit Lust zum Neuen.

Ein weiterer großer Unterschied ist, dass ich mit Selbstdisziplin meine Motivation ausschließlich auf neue Ziele ausgerichtet habe, aber nie auf den Weg.

Hawaiianer, der aus einer Muschel trinktMit Aufmerksamkeit auf meine Kräfte bin ich von Anfang in der Freude über meine Schaffenskraft. Denn die Anwendung meiner Kraft ist völlig schmerzfrei. Als schmerzhaft empfinden wir nur die durch Willenskraft (Selbstdisziplin) herbeigeführte Zielanpassung. Dazu Serge Kahili King in seinem Buch „Begegnung mit dem verborgenen Ich:

 

„Wenn wir versuchen, eine Gewohnheit im Denken oder Handeln zu verändern, beklagen wir uns oft, dass es zu viel Mühe macht. Andere kritisieren uns vielleicht, dass unser Wille nicht stark genug ist. In Wirklichkeit versuchen wir damit jedoch, unsere Gewohnheit zu verändern, indem wir Muskelkraft dagegen aufwenden. Das gilt sowohl für Denk- als auch für Lebensgewohnheiten. Ein solcher gewaltsamer Vorgang erzeugt lediglich Verspannungen, die die Energien des Körpers behindern und dazu führen, dass man sich müde und abgeschlagen fühlt. Wir kämpfen schließlich gegen uns selbst, was jedoch in den seltensten Fällen zu etwas führt. Alles was sie brauchen ist der willentliche Entschluss, ihre Muskeln zu entspannen und ihre Aufmerksamkeit in die Richtung zu lenken, in die sie Sie gehen wollen.“

Die Wahl

Selbstdisziplin: Schmerzhafte Ausrichtung der Willenskraft auf das neue Ziel und dann ausschließlich in diesem Gefühl ein Leben lang neue Ziele anstreben.

Oder

Aufmerksamkeit: Eine Kraft und ein Thema auswählen und ins freudvolle Forschen gehen. Dabei erlebe ich dieselbe Kraft und Freude mit der ich als Kind laufen, sprechen und vieles andere selbständig gelernt habe. Das Ergebnis fällt mir als zusätzliches Highlight am Ende des Forschen quasi in den Schoß.

Der Schmerz ist dann nur für einen kurzen Moment am Anfang zu spüren, wenn ich meine Willenskraft auf dieses Forschen ausrichte. Denn in diesem Moment komme ich mit meiner Überzeugung in Kontakt, dass ich auf diese Weise doch gar nicht mehr lernen kann. Je öfter ich mir das Gegenteil beweise, je geringer wird auch dieser Anfangsschmerz bis er irgendwann ganz verschwindet und ich jedes Thema leichtgängig mit meinen passenden Kräften gestalte.

Ich habe meine Wahl getroffen.

Was ist eure Wahl?


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: