Oder wie Xavier Naidoo in seinem Song „Dieser Weg“ singt:

„Also ging ich diese Straße lang und die Straße führte zu mir

Das Lied das du am letzten Abend sangst spielte nun in mir

Noch ein paar Schritte und dann war ich da, mit dem Schlüssel zu dieser Tür

Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer

Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, doch dieses Leben bietet so viel mehr“

aus <Dieser Weg>

 

Xavier Naidoo – Dieser Weg // Live – Waldbühne Berlin 2009

 

Hängenbleiben

Ich bin mitten auf diesem Weg zu MIR: zu dem wer ich wirklich bin und zu meinem wirklichen Lebensruf.

Und ja, ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Dieser Weg ist schmerzhaft!

Ich hänge fest! Seit einem halben Jahr schon.

Gerade letzte Woche ist mir klar geworden: Ich bin genau an dieser Wegstelle, wo ich noch nicht loslassen will, von meinem alten Verhalten, von meinen alten Überzeugungen, von meinem alten ICH.

Im Tarot gibt es für diesen Punkt auf dem Entwicklungsweg die passende Karte: Der Gehängte.

Das ist der Moment, wo wir schon neues Wissen erlangt haben, wo wir innehalten, um das neu Gelernte in unser Bewusstsein zu integrieren.

Das habe ich, als ich meine 12 Kräfte entdeckt habe und wie sich jede Kraft anfühlte, als ich sie in meinem Leben bereits genutzt habe.

Es ist sinnvoll, zunächst anzuhalten, das Neue zu reflektieren, ins Innere vordringen zu lassen. Aber dann gilt es, Wurzeln auszutreiben, um uns – am Ende des Prozesses an diesem Wegpunkt – vom Kopf auf die Füße zu stellen und dann bereit zu sein für den nächsten Schritt:

 

Das Alte sterben lassen

Den Tod: das alte ICH sterben lassen.

Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir weiter auf dem Entwicklungsweg voranschreiten können.

Warum fällt es uns so schwer, Wurzeln auszutreiben und vom Alten los zulassen. Wie fühlt es sich an?

  • Ich habe mich so sehr mit dem alten ICH identifiziert, dass ich glaube, dass ich ins Nichts falle – was der Tod ja auch symbolisiert. Ich habe in diesem Moment große Angst vor dem Unbekanntem, bin wie gelähmt, kann nicht mehr klar denken.
  • Ich bin stolz darauf, was ich alles geschafft habe und was dann vermeintlich keinen Wert mehr hätte. Ich schmolle, bin bockig, wie ein Vierjähriger, dem sein Spielzeug weggenommen wird.
  • Ich will, dass es mir einfach zufällt, dass es bequem ist, mich nicht anstrengt. Ich bin dann faul, spiele lieber Computerspiele, wie ich es immer tat, wenn ich der Anstrengung ausweichen wollte.

 

 

Vom Sport lernen

Der letzte Punkt ist genau der Hebel, um aus der Falle herauszukommen. Denn auch Lernen sollte in meinem Leben immer ohne Anstrengung gehen. Aber kann ich ein Meister werden, ohne mich anzustrengen?

Die Antwort ist: NEIN!

Jeder von Euch, der eine Sportart oder ein Instrument erlernen wollte, hat es vermutlich erlebt: Ohne Plan und ohne Disziplin können wir keine Meisterschaft erlangen.

Und viele Profis sagen: Wenn du nur an dem Ziel interessiert bist und nicht am Weg (das tägliche Training), dann hast du keine Chance meisterlich zu werden. Was heißt das?

Für mich bedeutet dies: Es geht beim Lernen nicht um den Disziplin-Begriff, den wir normalerweise assoziieren. Diese Disziplin basiert auf Vernunft und Willenskraft. Gemeint ist eine andere Disziplin. Diese entsteht, weil wir Lust und Spaß am Training haben, weil wir uns dann in unserer Gestaltungskraft erleben, weil wir dann in das Tunnelgefühl, den oft benannten FLOW kommen.

Disziplin im Sinne der „aufschiebenden Belohnung“, wie sie der Psychologe M. Scott Beck in seinem Buch „Der wunderbare Weg“ beschreibt (Siehe Seite 27,  München 2004). Das Buch heißt übrigens im Original: „The Road Less Travelled“. Und wir wissen nun, warum.

Aus diesem Grund entwickle ich zusammen mit meiner Peer Group – mit der ich meinen Entwicklungsweg gemeinsam beschreite – zurzeit ein Trainingssystem.

Aber das reicht nicht. Ich muss mich jetzt entscheiden, in Zukunft meinen vollen Beitrag für das Entstehen dieses Systems zu geben.

Bisher bin ich weiterhin mit der alten Haltung in die gemeinsamen Treffen gegangen:

  • Ich bin weiter, als andere.
  • Ich muss belehren, wenn ich mehr weiß.
  • Ich muss sie auf ihre Fehlschlüsse hinweisen.

Das ist mein altes ICH. So habe ich dazu beigetragen, dass wir nicht vorankommen gekommen und hängengeblieben sind.

In Zukunft werde ich mich bei jedem Peer-Group-Treffen, auf mein neues ICH einstellen. Ich werde mich daran erinnern, wie es sich anfühlt. So bringe ich mich in eine Kollaboration-Haltung und trage dazu bei, mit voller Schaffenskraft die Grundlagen dafür zu legen, bald Wurzeln schlagen zu können.

Peer Group hört ihr mich: Ich schwöre!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: