Einen Fehler machen heißt, ich weiß es nicht besser – oder – ich will mein Wissen nicht anerkennen.

Der eine Fehler lässt mich leiden, der gleiche Fehler lässt mich wachsen.

Leidfehler:

Ich habe in meinem Leben viele Dinge falsch gemacht.

Dafür habe ich mir ein inneres Kontobuch aufgebaut. Ich habe mit mir selbst einen Ablasshandel geführt und mir dabei weiß gemacht, dass es möglich ist, mich von Schuld loszukaufen.

Für jede Schuld erlegte ich mir eine Strafe auf: einen Dauerschmerz in meinem Körper, eine verlorene Freundschaft, eine unerfüllte Liebe, ein unerfülltes Sexleben und so weiter und so fort.

Ich lebte in der Illusion, dass ich damit meine Schuld abzahlen würde.

Der Effekt war aber lediglich, dass mein Leben immer weniger funktionierte.

Durch das Studium meiner nicht funktionierenden Lebensbereiche habe ich 2 wesentliche Einsichten gewonnen:

  1. Schuld ist die Verantwortung für die Konsequenzen meines fehlerhaften Handelns.
  2. Ich bin bereit, die Konsequenzen meiner Fehler zu tragen, weil ich nicht lernen will oder glaube nicht lernen zu können.

Wachstumsfehler:

Je mehr mir klar wurde, wer ich bin, welche Kräfte ich habe, desto mehr will ich nicht mehr in Illusionen leben. Desto mehr will ich mir ein Leben aufbauen in Wahrheit und in Funktionalität. Es kann nicht mehr sein, dass ich mich selbst bestrafe und mit Dysfunktionalität lebe. Schluss damit.

Ich versuche nicht mehr etwas zu verändern, oder schön zu reden, oder zu ignorieren, was in der Vergangenheit lief. Wenn ich feststelle, dass etwas in meinem Leben falsch läuft, ich etwas falsch mache, dann will ich es ab jetzt richtig machen.

Um etwas richtig machen zu können, muss ich das grundlegende Thema verstehen. Denn richtig machen bedeutet: den Erfordernissen des Themas entsprechend zu handeln. Dafür muss ich etwas lernen. Ich will der Sache, dem Thema auf den Grund gehen und lernen, was das Thema von mir verlangt. Dafür studiere ich Grundlagenwissen, setzte mich damit auseinander und finde heraus, wie ich das gewonnene Wissen auf mein Leben anwenden kann.

Damit bleibt zwar der Fehler ein Fehler, aber ich führe ihn nicht fort.

Dadurch wird aus jedem Fehler ein Knotenpunkt der Erfahrung und des Lernens in meinem Lebensnetz. Mein Leben gewinnt mit jedem dieser Knotenpunkte an Wert, weil ich an Weisheit gewinne.

Was ich dabei auch gelernt habe: für meine neue Herangehensweise brauche ich die Bereitschaft zu Lernen und die Bereitschaft, die Konsequenzen aus dem Gelernten zu ziehen. Sprich: das Gelernte in meinem Alltag umzusetzen.

Was haben diese Erkenntnisse mit Nachhaltigkeit zu tun?

„Ist doch klar, wenn ich etwas lerne, es nun besser weiß, dann folge ich doch meinem neuen Wissen.“

Denkste!

Hier eines von etlichen Beispielen aus meinem Leben:

Ich habe festgestellt, dass ich manche (viele) Dinge lieber nicht wissen will, also das Lernen vermeide, damit ich die Konsequenzen nicht ziehen „muss“.

So war es mit meinem Fleischkonsum: ich aß nur noch selten Fleisch, da war ich doch schon „besser“ als die Meisten. Das reichte mir an „richtig“ sein, so könnte es doch bleiben. Einmal in das Wissen über Fleischkonsum eintauchen machte mir klar, dass es weder für meine Gesundheit, noch für die Gesundheit meines Lebensraums gut und sinnvoll ist Fleisch zu essen.

Ich esse kein Fleisch mehr.

In diesem Moment wird mir klar, dass ich es nun mit dem Käse genauso mache: „ich esse nur noch wenig Käse, damit bin ich doch schon besser als die, die auch noch Milch trinken“.

Auha!

Da kann ich doch noch tiefer in das Wissen über den Konsum von tierischen Produkten eintauchen.

So läuft meine persönliche Reise: mich in allen meinen Lebensbereichen immer wieder der Wahrheit stellen.

Kategorien: Allgemein

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